ancilla iuris

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Banishing Administrative Contracts from Law – Cooperation between the State and Private Persons in the German Law of the 18th Century – Die Verbannung von Verwaltungsverträgen aus dem Recht – Kooperationen zwischen Staat und Privaten in der deutschen Rechtswissenschaft des 18. Jahrhunderts

German legal literature on cooperation between the state and private persons in the 18th and early 19th centuries dealt almost exclusively with the legal form of government service. It is possible to observe that contractual agreements between the state and private persons in general and contractual agreements with civil servants in particular were accepted into neither of the self‐differentiating realms of public and private law, as both categories of law, like the public and private spheres themselves, typically demonstrated a deep separation in continental Europe. This can be seen in Germany through the evolution of state and legal theories, particularly in the works of Justi, then Gönner, through to Hegel and numerous other legal theorists of the 19th century.

Die deutsche rechtswissenschaftliche Literatur des 18. Jahrhunderts und des frühen 19. Jahrhunderts zur Kooperation zwischen Staat und Privaten befasst sich fast ausschliesslich mit der Rechtsform des Staatsdienstes. Dabei ist zu beobachten, wie der Vertrag zwischen Staat und Privaten im Allgemeinen und der Vertrag mit Staatsdienern im Speziellen mit der sich vertiefenden und für den kontinentalen Raum so typischen Trennung von öffentlich und privat respektive öffentlichem Recht und Privatrecht zwischen Stuhl und Bank geriet, d. h. weder im einen noch im anderen sich ausdifferenzierenden Rechtsbereich Aufnahme fand. Für Deutschland lässt sich dies anhand der Evolution der Staatsund Rechtstheorien nachvollziehen – insbesondere von Justi über Gönner zu Hegel und zahlreichen anderen Rechtswissenschaftlern des 19. Jahrhunderts.

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Internationaler und globaler Diskurs über ethische Grundlagen universaler Rechtsgeltung: Selbstbestimmung als Grundlage oder Verhinderung einer globalen Ethik?

Allgemeinmenschliche Unrechtserfahrungen und globale Gefahren offenbaren die Notwendigkeit und Möglichkeit einer (holistischen) universalen ethischen Rechtsbegründung. Ungeachtet der dekonstruktiven Kritik bleiben Diskurs und Konsens bewährte, allgemein anerkannte prozedurale Regeln zur Entdeckung sowie zur Begründung der Verbindlichkeit von Normen. Zur Erkennung eines universalen (und nicht nur internationalen) Rechtsgrundes kann sich der Diskurs jedoch nicht auf Staaten und Internationale Organisationen beschränken, sondern muss auch Völker und Individuen (colère publique) sowie andere global aktive Rechtssubjekte in das Entdeckungsverfahren einbeziehen. Völkerrechtlich verbindlich anerkannt ist nur eine dünne Schicht universeller Grundnormen (ius cogens). Darüber hinaus haben sich die Menschenrechte als Weltethik etabliert, die staatlicher Willkür entgegentritt und jedenfalls entsprechend dem Leitbild der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auch mit dem vernunftrechtlichen Ideal eines selbstbestimmten und zugleich sozial eingebundenen Menschen verbunden ist. Dieser ethische internationale Standard beansprucht (neben nicht zu leugnenden realistisch-machtpolitischen Einflüssen) die Rechtsetzung in den politischen Foren und institutionalisierten Prozessen der Staaten und internationalen Organisationen zu leiten. Unmittelbar gehen universelle Normen aus welt(zivil)gesellschaftlichen (transnationalen) Diskursen hervor, insbesondere in den Formen privatautonomer Weltrechtsbildung. Darin sowie im weltweiten Kampf der um Selbstbestimmung ringenden Völker und Menschen gegen Willkürherrschaft manifestiert sich die Emanzipation der Selbstbestimmung von einer abendländischen Errungenschaft zum universellen Recht auf Recht(mit)gestaltung als ethische Basis globaler, internationaler und staatlicher Rechtsgeltung.

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Völkerrecht und Ethik: Ethisierung des Völkerrechts

Wie in den nationalen Rechtsordnungen, ist auch im Bereich des Völkerrechts eine Ethisierungstendenz feststellbar. Sie zeigt sich im Völkerrecht vor allem in Form von Öffnungsklauseln, die ethischen Standards normative Relevanz einräumen, in Form von unverbindlichen Kodizes, die zu ethischem Handeln verpflichten, und in der Schaffung von Ethikgremien. Die Öffnung des Völkerrechts für ethische Wertvorstellungen widerspricht dem Charakter der Völkerrechtsordnung nicht per se, da diese heute Gerechtigkeits- und Friedensordnung im weitesten Sinne sein will. Problematisch ist die Entwicklung indes besonders in der Hinsicht, dass ethische Normen unter Umständen nicht mit den internationalen Menschenrechten in Übereinstimmung stehen. Das deontologische und individualrechtliche Paradigma, das in den Menschenrechten verrechtlicht wurde, ist unter ethischem Aspekt nur eines unter vielen. Die Öffnung des Völkerrechts für ethische Standards hat deshalb die folgenden Grundsätze zu beachten: Die ethischen Standards, auf die sich das Völkerrecht bezieht, müssen als ethische Standards gerechtfertigt werden können und dürfen beispielsweise nicht lediglich eine Berufsmoral widerspiegeln. Die einbezogenen ausserrechtlichen Normen dürfen zudem den Grundprinzipien des Völkerrechts, insbesondere dem zwingenden Völkerrecht und den rechtlich verankerten Menschenrechten, nicht widersprechen. Es besteht eine Pflicht zur völkerrechtskonformen Auslegung dieser Normen und zu deren Nichtanwendung, wenn erstere nicht möglich ist.

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Ius ancilla ethicae?

From an ethical perspective the existential conditions of humankind are non-negotiable. Fundamental law cannot therefore be created by will or consent. It is rather the existential necessity of life itself that forms the ethos of law. Fundamental law therefore logically differs from willed law.

Aus ethischer Perspektive sind die existenziellen Bedingungen des Menschseins nicht verhandelbar. Grundlegendes Recht kann daher nicht durch Willen oder Konsens geschaffen werden. Dieses ergibt sich vielmehr aus der existenziellen Notwendigkeit des Lebens selbst, die das Ethos des Rechts bildet. Und deshalb unterscheidet sich das grundlegende Recht von einem gewillkürten Recht ebenso folgerichtig.

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The Transformation of Law in the Age of Globalisation - Transformation des Rechts im Globalisierungszeitalter

Introduction to the Series “International Law and Ethics” - Zur Reihe “Internationales Recht und Ethik”

Die Globalisierung bedeutet Transformationen für das Recht. Das Völkerrecht nimmt verstärkt Züge einer internationalen Wertordnung an; es rückt näher an ethische Prinzipien und Normen heran. Die Artikelserie „Internationales Recht und Ethik“, die hiermit gestartet wird, möchte diesen Prozess und das Verhältnis von Recht und Ethik im globalen Kontext untersuchen.

Globalisation means transformations in the area of law. International law is more and more taking on the features of an international order of values. It is moving closer to ethical principles and standards. The series of articles starting here is intended to reflect on this process and to discuss the relationship between law and ethics in a global context.

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Harold J. Berman (1918 ‐ 2007)

In the 20th century, a specifically normative integration of Western civilization collapsed – and in the 20th century all paradigms corresponding to this system lost their meaning. The symbols of a great Western (legal-) society regressed into nothing more than shallow and abstract nationalisms; visions of a just community were transformed into the law of nation-focused social engineers on both sides of the iron curtain. Expedience, practicability, and the reduction of law to an apparatus of technical tricks, replaced fundamental legal convictions. A world ends when its metaphor has died. These are the core theories in Harold J. Berman’s book Law and Revolution: The Formation of the Western Legal Tradition, which made him famous.

Foi no século XX que uma particular integração normativa Ocidental entrou em colapso – e foi no século XX que todos os paradigmas correspondentes a esse sistema perderam seu significado. Os símbolos da grande sociedade (jurídico) Ocidental regrediram a nada mais que nacionalismos abstratos e superficiais; visões de uma comunidade justa foram transformadas por uma engenharia social em ambos os lados da cortina de ferro, em um direito focado no Estado Nacional. Eficiência, praticidade, e a redução do direito a um aparato de truques técnicos, substituíram convicções legais fundamentais. Um mundo acaba quando sua metáfora morre. Essas são as teorias centrais no livro Law and Revolution: The formation of Western Legal Tradition de Harold J. Berman (publicado em português pela editora Unisinos como Direito e Revolução: A formação da tradição jurídica Ocidental), que o tornou famoso.

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Legal theory as media theory - Rechtstheorie als Medientheorie - (Supplement I)

Reflections on the necessity of linking theory of language and media theory - Überlegungen zur Notwendigkeit der Verknüpfung von Sprachtheorie und Medientheorie

There is a close relationship between media and law: a medium such as writing is not simply a channel through which law and legal knowledge are communicated; rather, writing itself plays a role in the processes of law-making. Media format the space in which both cognitive and practical knowledge – formative and normative texts – develop, and thus also law as a part of such bodies of knowledge. Without speech there can be no legal formulas and legal proverbs, without writing there can be no legal rules or propositions, without the printing press no nation-state centred books of law or legal systems could emerge – and without computer technology there can be no fragmented law within and beyond the nation state. This, in key terms, is the general perspective that The Media of Law project is researching.

Es gibt einen intrinsischen Zusammenhang zwischen Medien und Recht: Ein Medium wie Schrift ist nicht einfach ein Kanal, in dem Recht und rechtliches Wissen kommuniziert werden, vielmehr hat Schrift selbst rechtsbildende Konsequenzen. Me-dien formatieren den Raum, in dem sich kognitives und praktisches Wissen – formative und normative Texte – und damit auch Recht als Teil derartiger Wissensbestände ausbilden. Ohne Lautsprache keine Rechtsformeln und Rechtssprichwörter, ohne Schrift keine Rechtssätze und kein Konditionalprogramm, ohne Buchdruck keine nationalstaatlichen Rechtsbücher und Rechtssysteme – und ohne Computertechnologie kein fragmentiertes Recht innerhalb und jenseits des Nationalstaates. Das sind, schlagwortartig, die Zusammenhänge, denen das Forschungsprojekt Die Medien des Rechts nachgeht.

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To Order Observation - Beobachterin weiter Ordnung

Cornelia Vismann, 1961-2010

The law of media cannot be separated from the media of law. This principle of the legal and cultural scientist, Cornelia Vismann, applies to a law that again and again is threaten by the things, it wishes to treat. It regulates images and may just become visual. It regulates the force as a force by being it. It regulates the economics of property – peculiarly. Herein lies the possibility of a fruitful exchange in which things can establish their justness – as well as the possibility that a frightful surrender lies in such legally supported protection. Between fruit and fright: the law is ambiguous, which allows different reactions. Cornelia Vismann gave an example of how one can do this without falling into the fatalistic alternative of rule and state of exception and without leaving either everything or nothing to the law.

Das Recht der Medien ist von den Medien des Rechts nicht zu trennen. Dieser Grundsatz der Rechts- und Kulturwissenschaftlerin Cornelia Vismann betrifft ein Recht, das immer wieder Gegenstand dessen wird, was es selbst zum Gegenstand machen möchte. Es reguliert die Bilder und wird darin bildhaft. Es reguliert die Gewalt und wird dabei gewalttätig. Es reguliert das Eigentum – eigentümlich. Hierin liegt die Chance eines fruchtbaren Austausches, in dem die Dinge ihre Gerechtigkeit einrichten können – aber ebenso die Möglichkeit, dass im rechtlich gestützten Schutz eine furchtbare Auslieferung liegt. Zwischen Fruchtbarkeit und Furchtbarkeit liegt nur wenig Spiel, das Recht ist doppelbödig und darauf lässt sich unterschiedlich reagieren. Cornelia Vismann gab ein Beispiel, wie man das machen kann, ohne in die fatalistische Alternative von Regel und Ausnahmezustand zu verfallen und ohne dem Recht entweder alles oder nichts zu überlassen.

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Knowledge and Accountability in Aristotle - Wissen und Zurechenbarkeit bei Aristoteles

This contribution is intended to show that Aristotle was the first European philosopher to provide a systematic analysis of the so-called accountability problem. In the third book of his Nicomachean Ethics, he lays particular stress on the central role of knowledge: deficiencies in the knowledge of the perpetrator mean that we do not hold him responsible for his actions, or only to a limited extent; he is thus either not at all, or only to a certain degree, accountable for his acts.

Der Beitrag soll zeigen, daß Aristoteles als erster europäischer Denker eine systematische Analyse der sog. Zurechnungsproblematik vorgelegt hat. Im 3. Buch seiner Nikomachischen Ethik hebt er dabei v. a. auf die zentrale Rolle des Wissens ab: Wissensmängel auf Seiten des Täters führen dazu, daß wir ihn nicht oder nur eingeschränkt für seine Handlungen verantwortlich machen; ihm also seine Taten entweder gar nicht oder nur begrenzt zurechnen.

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Published 13.06.2006
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