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Is there a law? One can emphasise the question as follows: is there a law, or is there a law. In blunt terms: what is law; what constitutes law? There has never been a problem-free concept of law. What we have are all sorts of connecting factors and all sorts of aspects, in other words, a tohu-bohu. Thus the question arises, as to how a scientific theory can best address such a phenomenon.
Gibt es überhaupt ein Recht? Dabei kann man die Frage betonen auf dem ein (!) Recht und auf dem ein Recht (!). Platt gefragt: Was ist Recht, was macht Recht aus? Es gibt bisher keinen problemlosen Begriff des Rechts. Was es gibt, sind vielerlei Anknüpfungspunkte und vielerlei Aspekte, ein Tohuwabohu. Damit ist die Frage aufgeworfen, welch eine Wissenschaftstheorie am ehesten mit einem solchen Phänomen umgehen kann.
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Examples from Max Kaser, Fritz Schulz and Uwe Wesel - Beispiele von Max Kaser, Fritz Schulz und Uwe Wesel
This contribution looks at the history of the history of law or, in more exact terms, at a controversy relating to rhetorical influences on Roman law. The question is: how do the authors set a boundary between law and rhetoric? This is not a question of Roman legal history, but the “History of Roman Law”‚ a 20th century discipline, and of books that were published some considerable time after the Latinity phase in the faculties of German universities.
Der Beitrag wirft einen Blick auf die Geschichte der Rechtsgeschichte, genauer gesagt, auf eine Kontroverse um rhetorische Einflüsse auf das römische Recht. Die Frage ist: Wie ziehen die Autoren eine Grenze zwischen Recht und Rhetorik? Es geht nicht um römische Rechtsgeschichte, sondern um ‚Römische Rechtsgeschichte‘, eine Disziplin des 20. Jahrhunderts, und um Bücher, die lange nach der Phase der Latinität an den
Fakultäten deutscher Universitäten veröffentlicht wurden.
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The contribution attempts to illustrate why it is appropriate to speak of finding, re-cognising and application, or applying, of the law. Reservations have been articulated about this use of language as a consequence of ontologically sceptical assumptions, which raise doubts as to the level of reality contained in these terms. “Legal ontology” is used as a knock-down argument in certain pointed aspects of this scepticism. However, there is no reason to do so.
Der Beitrag versucht zu verdeutlichen, warum es in Ordnung ist, von Rechtsfindung, Rechtserkenntnis und Rechtsanwendung zu sprechen. Bedenken gegenüber diesem Sprachgebrauch sind in der Folge ontologieskeptischer Annahmen artikuliert worden, die Zweifel am Realitätsgehalt der genannten Begriffe anmelden. „Rechtsontologie” wird in bestimmten Pointierungen dieser Skepsis als Knock-down-Argument eingesetzt. Dafür gibt es aber keinen Grund.
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Im modernen Verständnis separiert sich Wissenschaftlichkeit von subjektiver Wertung. Im besonderen Hinblick auf die Geisteswissenschaften und die Rechtswissenschaft stößt dieses Leitbild an Grenzen: als wertfreie sind diese Wissenschaften allenfalls teilweise zu betreiben. Die Intentionen Max Webers, den wissenschaftlichen Diskurs von starker politischer Beeinflussung freizuhalten, behalten freilich ihren Sinn. Ihnen ist nicht durch ein – kaum realisierbares – Postulat der Wertfreiheit, sondern durch eine Grenzziehung der Wissenschaft zur politischen Entscheidung und Rhetorik adäquater Ausdruck zu geben. Bezüglich des Verhältnisses von Wissenschaft und Wertung zentral ist mithin die funktionale Differenz (bei vielfacher faktischer Kooperation) zwischen wissenschaftlichem Sachverstand und politischer Gestaltung.
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Between self-assertion strategies and illusions of control. Remarks concerning the financial crisis - Zwischen Selbstbehauptungsstrategien und Steuerungsillusionen. Bemerkungen anlässlich der Finanzkrise
The present world economic crisis, triggered by the bursting of the real estate bubble in the USA, not only illustrates the risks of worldwide risk distribution – the securitisation and international trading of subprime loans – and thus the danger of the globalisation of opaque systems created from complex investment products (itself a topic worthy of further investigation by system theoreticians); it also once again reveals the limited powers of the state both as regards prevention and in the ongoing handling of the crisis. There are certain limits to know-how, deficits in implicit knowledge that the state, as a consequence of its desire to assert itself, is not able to recognise; these however form practically insuperable barriers between function systems such as politics, law, science and economics and mean that the desire for control becomes for the most part utopian in nature. Regardless of this, expectations are numerous that the state will provide solutions to problems: expectations that it regards as thrust upon it by its citizens and that it – out of weakness – inexorably accommodates.
Die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise – ausgelöst durch eine geplatzte Immobilienblase in den USA – veranschaulicht nicht nur die Risiken weltweiter Risikoverteilung – Verbriefung sowie internationaler Handel von Subprime-Krediten – und damit die Gefahr der Globalisierung undurchsichtiger Systeme aus komplexen Anlageprodukten (ein allein schon vertiefenswürdiges Thema für Systemtheoretiker); sie offenbart einmal mehr auch die begrenzten Möglichkeiten des Staates sowohl in präventiver Hinsicht als auch im Hinblick auf die noch andauernde Nachbearbeitung der Krise. Es sind gewissermaßen Grenzen des „Know-how“, Defizite an implizitem Wissen, welche der Staat in seinem Selbstbehauptungswillen nicht anerkennen darf; welche aber zwischen Funktionssystemen wie Politik, Recht, Wissenschaft und Wirtschaft schwer überwindliche Schranken bilden und die meisten Steuerungswünsche zur Utopie werden lassen. Dessen ungeachtet bleiben jedoch zahlreiche Problemlösungs-Erwartungen, denen sich der Staat seitens seiner Bürger ausgesetzt sieht und denen er – aus Schwäche – unaufhaltsam entgegenkommt.
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This article presents an empirical legal study in the field of property theory. I take as my point of departure the perspective of exclusion. Such a basic perspective falls short, however, when we conceptualize the exceptions from the exclusion rule. In this respect, a diversified set of considerations and concerns claims attention, including the nature of the relationship between the possessor and the object in question. This research digs into the new achievements in the fields of economics and life sciences, investigating the validity and relevance of arguments which may be derived from the possessor-object dimension. The findings suggest a differentiated view on how people comprehend various situations of possession, and the article proposes a gradual theoretical model for shaping and managing the legal concept of property in this respect. Finally, I indicate some practical legal topics which may take advantage of the model (e.g. the field of expropriation, the problem of whether a possession should be protected by a property rule or by a liability rule, and the problems related to property as a human right).
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Die Lehren Carl Schmitts haben wieder einmal Hochkonjunktur. Insbesondere sein von der Unterscheidung zwischen Freund und Feind bestimmter Begriff des Politischen und die Idee vom Ausnahmezustand, in dem das Recht der Normallage nicht gelte, sind derzeit aktuell. Die Reaktualisierung ist vor allem der Kriegsrhetorik geschuldet, die sich im Kampf gegen den internationalen Terrorismus etabliert. Schmitts Begrifflichkeit wird in Anspruch genommen, um diverse Antiterrormaßnahmen der normalen juristischen Beurteilung zu entziehen. Die durch souveräne politische Entscheidung ausgerufene Ausnahme soll die Geltung des Rechts suspendieren. Dabei droht die Ausnahme zur Regel zu werden. Der dadurch behauptete Vorrang des Politischen wird im Rahmen einer Analyse der Schriften Schmitts und der internationalen Rezeption seiner Theorien einer kritischen Prüfung unterzogen und zurückgewiesen.
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Niklas Luhmanns systemtheoretische Rekonstruktion der „Kontingenzformel Gerechtigkeit“ gilt als der anspruchsvollste Versuch einer positivistischen Gerechtigkeitstheorie. Der Versuch zielt darauf ab, den Begriff der Gerechtigkeit aus den Operationen des Rechtssystems selbst zu entwickeln und setzt an der formalen Konsistenz rechtlicher Entscheidungen an. Vielfach ist Luhmanns Theorie daher ihr vermeintlicher Verlust der Einzelfallgerechtigkeit vorgeworfen worden. Neuere, an der Dekonstruktion orientierte Luhmann-Interpretationen begegnen diesem Einwand, indem sie die Offenlegung der Selbstwidersprüche des selbstreferentiellen Rechtssystems als eine Form der Rechtskritik auffassen, welche dem Rechtsdiskurs zwar immanent bleibt, zugleich aber auf die Möglichkeit seiner Transzendierung verweist.
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Published 13.06.2006
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